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Montag, 23.01.2012, 10:37

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Aufgeben?
Ein Jahr? Ist es nach einem Jahr voller Leid und Schmerz und weniger Glücksmomente legitim zu sagen ich kann nicht mehr?
Ist es wirklich so das manchmal die Liebe nicht ausreicht?
Ich dachte ich schaffe das, ich dachte meine Liebe, die so unendlich ist würde für uns beide reichen.
Es ist doch okay, dass einer mehr liebt, nicht?
Nein.
Es ist nicht okay.
Vor zwei Wochen war ich noch so optimistisch und voller Hoffnung, das wir das schaffen können, dass ich das für uns schaffen kann.
Aber ich schaffe es nicht, ich zerbreche immer mehr, an seiner gefühlskalten Art, lieblos und oft verletzend.
Ich weiß, er meint es nicht so.
Ich weiß, dass er einmal sehr verletzt wurde und wohl nie drüber wegkam.
Ich weiß, dass er oft einfach so ist.
Und ich habe wirklich versucht, ihn einfach so zu nehmen, wie er ist, seine verletzenden Worte wegzudrängen und ihm immer wieder auf eine liebevolle Art zu zeigen, dass es anders sein könnte.
Aber ich habe keine Kraft mehr.
Ich weine und er nimmt es nicht mal zur Kenntnis.
Das ist nicht okay.
Ich finde das nicht okay.
Und auch wenn es mein Herz zerreißt, muss ich gehen, mir zuliebe, damit ich wieder leben kann, durchatmen kann und um mir nicht noch mehr Schaden zuzufügen, als ich eh schon getan habe.


Donnerstag, 19.01.2012, 14:58

Seit je her erinnere ich mich immer wieder gerne an meine Vergangenheit.
Leider neige ich dazu, mir immer wieder die positiven Dinge in Erinnerung zu rufen, anstatt auch einmal an die Fehler zu denken, die ich bisher gemacht habe und daraus zu lernen.
Vielleicht liegt es daran das tief in mir drinnen, doch ein sehr positiver Mensch schlummert, der noch immer glaubt die Welt sei eitel Sonnenschein.
Viele Bekannte bezeichnen mich als naiv und ja stimmt, wenn mir jemand etwas erzählt glaube ich immer alles sehr schnell und hinterfrage selten.
Ich persönlich bezeichne das immer als gutgläubig und das liegt eindeutig in der Familie, die sind alle so.

Wenn ich darüber nachdenke empfinde ich eine kleine Portion Gutgläubigkeit oder Naivität im Leben als ganz gut.
Würde ich jeden Satz, jede Handlung eines Menschen immer hinterfragen, wäre das doch sehr mühsam und auch wenn mich mal wieder jemand an der Nase herumgeführt hat, weil ich eben ein bisschen naiv bin, kann ich wenigstens auch über mich selbst lachen.

Mein erster Freund zog mich immer gerne damit auf, aber auf eine Art, die für mich okay war.
Ich lachte dann darüber und machte mir keine weiteren Gedanken dazu.
Insgeheim glaube ich ja, dass er diese Eigenschaft an mir ganz süß fand und ich war ja auch erst fünfzehn damals.

Genau das war wahrscheinlich das Problem das die Beziehung nicht hielt.

Ich wurde älter und mit achtzehn beschloss ich die Matura nachzuholen, mich fortzubilden und mein Leben, aus beruflicher Sicht, in die Hand zu nehmen.

Auch in sportlicher Hinsicht war ich wieder motivierter geworden und verfolgte mein Ziel mit mehr Ehrgeiz als früher.

Ich veränderte mich, was wie ich finde in diesem Alter ganz normal ist und wurde ernster, ruhiger, hatte weniger Zeit und war auch öfter nachdenklich als früher.
Hatte ich mir auch viel vorgenommen und lernte das erste Mal in meinem Leben, das vierundzwanzig Stunden für einen Tag doch zu wenig sein können!

Er war acht Jahre älter als ich und veränderte sich nicht mehr so doll wie ich.

Wir entfernten uns voneinander und das lag sicher mehr an mir als an ihm, hatten sich doch meine Prioritäten stark gewandelt.

Ich war dann auch diejenige die die Beziehung kurz vor meinem zwanzigsten Geburtstag beendete.

Wenn ich jetzt noch weiter vordenke, fällt mir ein, dass er das damals als wir zusammen gekommen waren schon vorhergesehen hatte.

Damals sagte er nach ein paar Wochen zu mir, dass er Angst davor hätte, was die Zukunft bringen würde, da ich noch jung sei und noch soviel vor mir habe.
Er meinte, ich würde älter werden, anders denken und ihn dann verlassen.

Ich kann mich daran erinnern als wäre es gestern gewesen; wir saßen bei diesem Gespräch im Auto und ich lachte mein damals unbeschwertes Lachen, war ich doch bis dahin frei von richtigen Sorgen und Ängsten gewesen.

Ich dachte nicht an die Zukunft, ich fand das sie zu weit weg sei um darüber nachzudenken, ich war überzeugt davon das ich immer der gleiche Mensch bleiben würde.

Mit meiner jugendlichen Naivität überzeugte ich ihn davon, dass das nicht passieren würde...

Als ich mich damals von ihm trennte, hatte ich so ein genaues Bild von meiner Zukunft, in das er einfach nicht passte und das sich Gefühle nach über vier Jahren zu einem anderen Menschen verändern ist auch klar.

Hätte ich mehr in der Gegenwart gelebt, so wie in meiner Jugendzeit, vielleicht wäre alles ganz anders gekommen.

Und ehrlich gesagt habe ich heute, ein komplett anderes Bild von meiner Zukunft als damals.

Ich verschwende heute auch weniger Gedanken an die Zukunft, manchmal habe ich sogar eher ein bisschen Angst davor, früher konnte ich die Zukunft gar nicht erwarten.

Ja, man verändert sich, jeden Tag ein bisschen.

Man kann nicht total im Heute leben, ein bisschen an die Zukunft denken gehört dazu, aber je mehr man im Heute lebt, desto glücklicher ist man meistens, meiner Erfahung nach.

Und unsere Vergangenheit gehört einfach zu uns dazu und obwohl ich so jugendlich naiv war, ist für mich heute meine Kindheit und Jugendzeit, die bisher schönste Zeit die ich erleben durfte.

Danach wurde alles irgendwie komplizierter ;)

...


Montag, 16.01.2012, 09:26

Ich lese zurzeit ein Buch, welches die Gefühle erklärt; warum wir etwa in gewissen Situationen immer gleich reagieren und ein Schema abläuft welches wir nur schlecht kontrollieren können.
Oft fühlen wir uns mies und fragen uns hinterher; warum eigentlich?
In dem Buch kam es gleich in der Einleitung zu einem spannenden Punkt, nämlich dem ABC der Gefühle.

A: Die Situation.

B: Gedanke.

C: Gefühl.

Kurz erklärt bedeutet das, wenn man in einer bestimmten Situation etwas fühlt, immer zuerst ein Gedanke besteht, der aber oft schon automatisch abläuft.

Im Grunde besagt das Buch, das wir unsere Gefühle besser kontrollieren könnten, wenn wir auch unsere Gedanken besser unter Kontrolle haben.

Ein ganz wichtiger Punkt ist meiner Meinung nach, das man immer selbst für sein Glück verantwortlich ist.

Ich selbst, neige sehr oft dazu, anderen die Schuld für meine schlechte Laune zu geben.

Sehr oft bin ich miesepetrig drauf, nur weil jemand etwas zu mir gesagt hat, was vielleicht gar nicht so gemeint war oder wegen anderer Kleinigkeiten.

Anstatt gelassen zu reagieren und positiv zu denken, bin ich grantig und hinterher ärgere ich mich darüber, weil ich mir wieder mal selbst einen netten Abend vermiest habe.

Aber wie sagt man so schön, Einsicht ist der erste Schritt zur Lösung.

Ich bin also guter Hoffnung, endlich wieder gelassen und unbeschwert mein Leben zu leben.

Der heutige Morgen begann also damit, in dem ich mir immer wieder vorsagte: ICH bin für meine Gefühle verantwortlich und sonst niemand.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Start in den Morgen, eure "sich-selbst-therapierende" Kristallsalz ;)